Die Gewohnheit unserer Großmütter, Weißwäsche zu kochen, war mit den Waschmitteln und Seifen ihrer Zeit sinnvoll. Heutige Waschmittel sind dagegen für niedrige Temperaturen entwickelt. Das macht die Temperatur nicht bedeutungslos, es verändert nur ihre Rolle.

Für Bettbezüge und Kissenbezüge sind 60 °C eine vernünftige Schwelle. Diese Temperatur reicht aus, um Hausstaubmilben und viele Bakterien unschädlich zu machen, was besonders für Allergiker wichtig ist. Für farbige und dunkle Wäsche sind 40 °C meist ausgewogener, um Farbe und Faser zu schonen. 90 °C sind im Haushalt dagegen meist unnötig. Das strapaziert die Fasern, kostet Energie und erhöht die Gefahr des Einlaufens.

Noch etwas: Bei hochwertigen Produkten sind die Farbstoffe meist chemisch an die Faser gebunden und vertragen 60 °C problemlos. Färbt ein billiges Produkt jedoch bei der ersten heißen Wäsche ab, liegt das Problem nicht an der Temperatur, sondern am Farbstoff selbst. Das Waschsymbol auf dem Etikett ist ein Versprechen des Herstellers. Wer sich daran hält, schützt das Produkt und seine Gewährleistung.