Die meisten von uns benutzen das ganze Jahr über denselben Bettbezug und wundern sich dann, warum sie im Sommer schwitzen und im Winter frieren. Dabei spielt das Verhältnis eines Stoffes zu Wärme und Feuchtigkeit je nach Jahreszeit eine ganz andere Rolle.

Warum fühlt sich Leinen im Sommer so kühl an? Die Leinenfaser nimmt Feuchtigkeit schnell auf und gibt sie ebenso schnell wieder ab. Sie zieht den Schweiß von der Haut und gibt ihn an die Luft ab, und sie leitet Wärme besser als Baumwolle; sie führt die Körperwärme also ab, statt sie zu speichern. In den ersten Tagen kann Leinen etwas steif wirken, doch es wird mit jeder Wäsche weicher. Es ist ein Stoff, der über die Jahre gewissermaßen mit Ihnen altert.

Im Winter wollen wir das Gegenteil: die Wärme halten. Flanell ist Baumwolle, deren Oberfläche durch Rauen aufgebürstet wurde. Die Luft, die zwischen diesen winzigen Fasern eingeschlossen ist, wirkt als Isolierung. Das Gefühl, beim Zubettgehen nicht eine kalte Fläche, sondern etwas Warmes zu berühren, kommt daher. Mit zwei Garnituren Bettwäsche die Jahreszeit zu wechseln ist oft klüger, als am Thermostat zu drehen.