Die Weichheit, die Sie spüren, wenn Sie mit der Hand über einen Bettbezug streichen, beginnt nicht im Geschäft, sondern auf dem Feld. Die Länge der Baumwollfaser bestimmt als Erstes, wie sich ein Stoff auf der Haut anfühlt und wie viele Jahre er hält.
Stellen Sie es sich so vor: Wird Garn aus kurzen Fasern gesponnen, bleiben mehr Faserenden lose an seiner Oberfläche. Diese Enden fühlen sich leicht rau an, brechen beim Waschen ab und werden zu den bekannten Flusen. Lange Fasern umschlingen einander enger. Das Garn wird zugleich feiner und fester.
Deshalb sind Giza aus Ägypten und Supima aus Amerika so berühmt. Auch ägäische Baumwolle aus der Türkei, die unweit von Denizli wächst, spielt in einer guten Saison mühelos in dieser Liga mit, das muss man ihr lassen. Dann gibt es noch das Wort „gekämmt“, das Sie oft auf Etiketten sehen. Beim Kämmen werden die kurzen Fasern aussortiert, übrig bleiben die langen, gleichmäßigen. „Kardiertes“ Garn durchläuft eine leichtere Form dieses Vorgangs und ist günstiger. „100 % Baumwolle“ auf dem Etikett sagt also für sich genommen wenig aus. Welche Baumwolle, wie gesponnen: Das ist die eigentliche Frage.
