Sie können dasselbe Baumwollgarn auf vier verschiedene Arten verweben und erhalten vier völlig unterschiedliche Stoffe. Der Unterschied liegt darin, wie die Fäden über- und untereinander verlaufen.

Renforcé ist die klassischste Leinwandbindung: ein Faden oben, ein Faden unten. Sie wird aus relativ dickem Garn eher locker gewebt. Sie ist strapazierfähig, preiswert und hält im Kinderzimmer jahrelang. Auch Perkal ist eine Leinwandbindung, aber mit feinerem Garn und viel dichter gewebt. Perkal wirkt matt und fühlt sich leicht knackig und kühl an. Popeline mit ihren feinen Querrippen, die von einem etwas dickeren Schussfaden herrühren, gilt als enge Verwandte des Perkals.

Satin ist eine andere Welt. Hier flottiert ein Faden über vier Fäden, bevor er unter einem hindurchgeht. Diese Flottierungen reflektieren das Licht; daher kommen Glanz und Glätte. Das hat seinen Preis: Lange Flottierungen bleiben leichter hängen und nutzen sich mit der Zeit eher ab. Eine praktische Faustregel: Wer nachts schwitzt und warm schläft, fühlt sich in Perkal wohl. Wer leicht friert und sich beim Zubettgehen einkuscheln möchte, liebt Satin.